Rolling Stone

16/04/2018

"Die Welt muss sich drehen und nichts kann so bleiben.
Ich renn durch mein Leben wie eine Lok auf 2 Beinen.
Ein Hund kann nicht krähen, ein Fisch kann nicht schreien -
Und ich kann nicht stehen bleiben, ich bin ein rollender Stein."

 

Peter Fox, Lok auf 2 Beinen

 

 

Die Wochenenden vergehen im Frühjahr deutlich schneller, findet ihr nicht?

 

 

Seit der Uhrumstellung hin zur Sommerzeit, was ja chronobiologisch ein Supergau für Unsereins ist - morgens müde, abends wach- , tut ausschlafen am Wochenende einfach nur gut!!

Inzwischen wachen die Jungs an den Wochenenden zu einer Zeit auf, zu der ich mich schon als "ausgeschlafen" bezeichnen würde. Da darf auf dem Sofa noch nachgekuschelt werden...

 

Aber nicht zu lange, wir hatten schließlich große Pläne für den Abenteuer-Samstag: nach einem kurzen Frühstück sollte es mit den Rädern in die Altstadt gehen, auf dem idyllischen Radweg am Flüsschen entlang...

 

 

...und anschließend ein leckeres Mittagessen auf dem Markt, als Belohnung fürs Strampeln. Dort warteten auch schon die Schwiegereltern mit der Schwägerin, ihrem Mann und den süßen, kleinen Cousinen. ("Mensch, sind die wieder gewachsen...") Ein nettes "Meet & Eat" also.

 

Losgefahren sind wir noch gemeinsam.

 

 

Mit dem Fahrrad in der Stadt angekommen bin nur ich. Das kam so:

 

 

Nachdem unser SchlechteLaune-Mausi an dem Tag aus uns unerklärlichen Gründen einfach ÜBERHAUPT keine Lust hatte, mit uns Rad zu fahren, seinen Drahtesel im Schneckentempo hinter uns hergeschoben hat, mitten auf der Straße stehengeblieben ist, um zu motzen und auch nach mehrmaligem Bitten, Anfeuern und - letztendlich natürlich - Schimpfen, kein bisschen weiterfahren wollte und so den restlichen Familienmitgliedern gehörig die LiLaLaune verdorben hat - haben wir nach gut einer Stunde kapituliert, den SchlechteLaunePapa das Auto holen lassen, um das letzte Stück mit den Rädern im Kofferraum zurücklegen zu können.

 

Wir hatten es zum Glück mit Ach und Krach zum Burggrabenspielplatz geschafft. Dort kann man in Ruhe warten.... das war das kleine Trostpflaster auf der Wunde des schlechten Gewissens, nachdem man geschimpft hat, wie ein Rohrspatz!

 

 

Ja, die Trotzphase ist kein Ponyhof, vor allem nicht bei einem Familienausritt auf den Rädern... Und weil mein Fahrrad nicht in den Kofferraum passt, bin ich auf eigene Faust in meinem Tempo den schönen Radweg - leicht bergab - entlanggefahren und hab mir die Frühlingsluft um die Füße wehen lassen... Schließlich ist wieder Sandalenzeit!!

 

 

Meine Jungs waren  bei meiner Ankunft in der City leider nicht viel besser gelaunt. Ich schon, schließlich hatte ich auf meiner Fahrt doch noch eine kleine Begleitung dabei... Misses Marienkäfer!! Da, auf der Sonnenbrille oben rechts... verrückt, was?!

 

 

Na gut, die Waffel als Nachtisch gab es dann doch noch...

 

Ich frage mich gerade, ob wir vielleicht ein wenig strenger mit den Kindern sein sollten! Oder doch nicht? Verlangen wir ihnen etwa zu viel ab? Oder verwöhnen wir sie zu doll? - Manchmal bringen mich meine Kinder dazu, mich als Mutter zu hinterfragen. Zufriedenstellende Antworten finde ich meistens leider nicht... Ach.

 

 

Aber es war nicht alles doof an diesem Tag. Und ich übe doch gerade sowieso, nicht so nachtragend zu sein. Also Augen auf und nach etwas Schönem suchen: der Kunsthandwerkermarkt war an jeder Ecke gespickt mit witzigen Figuren und Gebilden.

 

Hier ein bisschen Porzellan, da ein paar duftende Kräuter. Ein bisschen Obst und Gemüse für das Picknick morgen... und dann ab nach Hause - steil bergauf. Puh!

 

 

Am Nachmittag stand wieder Möbelaufbau auf dem Programm. Das Wohnzimmer soll schließlich bald wieder der gemütlichste Raum im Haus sein. Also eigentlich hat der LiLaLaunePapa die Möbel aufgebaut, ich hab Zitronen eingelegt.

 

Wenn die Vertrauenserzieherin guten Geschmack hat kommt man hin und wieder über Bettwäsche, Urlaubsziele und natürlich auch übers Essen ins Gespräch. So auch neulich. Da hat sie mir vom "Jerusalem-Kochbuch" vorgeschwärmt und es mir doch prompt ausgeliehen. Der Samstagnachmittag war gerettet. Allein das Vorwort der Autoren ist so malerisch und satt an Farben, Geschmäckern und persönlichen Geschichten, dass man sich beim Lesen kurz im Orient wiederfindet.

 

 

Und weil ich an dem Tag schnell noch ein Erfolgserlebnis gebraucht habe, wurden Blitzartig noch Zitronen eingelegt... und zwar so:

 

3 Bio-Zitronen, der länge nach halbiert und quer in sehr dünne Scheiben geschnitten

1/2 Chilischote mit 3 EL Zitronensaft zermörsert

35 g Zucker

1/2 EL grobes Meersalz

1 Knoblauchzehe, zerdrückt

1 TL Paprikapulver edelsüß

1/4 TL Kreuzkümmel

1/2 TL gemahlene Kurkuma

 

Ich hab den Kreuzkümmel weggelassen und stattdessen Rosmarin dazugenommen. Das kommt alles in eine Schüssel und wird vermischt, um es dann abgedeckt ziehen zu lassen. Nach 24 h kann man die Zitronen dann in hübsche Schraubgläschen füllen und zum nächsten Grillabend wieder rausholen.  Die sind jetzt schon sooo aromatisch! Probiert es doch mal aus...

 

 

Am Sonntag Morgen lagen auf meiner Motorhaube ein Beutel frischer Brötchen und leckerer Mangojoghurt vom Milchhäuslein. Die LiLaLauneOma und der LiLaLauneOpa wollten uns mit diesem kleinen Gruß den Sonntag Morgen versüßen. Das haben sie definitiv geschafft!! Da seid ihr jetzt neidisch, was? Ich hatte meine LiLaLauneEltern schon immer gern, und seit dem ich Kinder habe, liebe ich sie nur noch mehr!

 

 

Wir waren am Sonntag zum Riesenpicknick im Schlosspark verabredet. Auf der Tagesordnung standen: drei Autos, drei Familien, viel Proviant...

 

 

...viel  Getobe, eine Schlossführung, dusselige Wortwitze...

 

 

 ... ein ausgedehntes Picknick mit anschließendem Versteckspiel ...

 

 

.... und - durch die Melangé der Teilnehmer - den ganzen Sonntag über eine ganze Menge Spaß!!

 

 

Das Schwetzinger Schloss im Frühling ist einfach nur märchenhaft! Die Bilder geben die Eindrücke nicht wirklich wider. Besser: hinfahren und sich von dem Flair der kurpfälzischen Bauten und Blüten verzaubern lassen!

 

 

Wie gesagt, die Wochenenden im Frühjahr sind immer viel zu schnell vorbei. Die neue Woche startet wieder mit Einkäufen, Mathehausaufgaben, Buntwäsche 40° und dem Rad - Üben im Garten, damit es im Judotrainig richtig klappt...

 

 

Ich hoffe, die Jungs haben bald den Bogen raus - ob beim Radschlagen oder Radfahren - und behalten sich ihren Spaß an den gemeinsamen Abenteuern, ganz egal, auf welches Fortbewegungsmittel ...

 

 

... oder in welches Zeitalter es uns mal wieder verschlägt.

 

Eure

 

 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload