Du darfst nicht warten...

31/12/2017

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und wir malen und schreiben unsere guten Vorsätze bunt auf weiß.

 

 

Das Katerle träumt von einem Scout-Abenteuer, der Mausi von einem Ausflug ins Legoland. Die Kinder müssen nicht lange nachdenken. Ihre Prioritäten sind eindeutig. Meine, so habe ich gemerkt, sind nicht so klar.

 

 

Gute Vorsätze sind eigentlich ganz mein Ding. Man setzt sich etwas in den Kopf und zieht es durch. Dazu gehört für den Anfang erstmal ein guter Plan und dann die nötige Disziplin und eine Prise Willenskraft, um dranzubleiben und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Klingt einfach. Ist es aber nicht. Dan kommt dann der Alltag mit all seinen Hürden und Herausforderungen, mit Terminen, mit Versprechen und Ablenkungen, die manchmal einfach zu stark sind und die Herzensziele - voller tatendrang am Silvesterabend gefasst- treten in den Hintergrund.

 

 

Man möchte ja gerne mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen, sich "sauber" ernähren, guten Gewissens ein paar Entspannungsübungen am Abend machen oder den Fernsehabend gegen einen Spieleabend eintauschen. Aber am Ende siegen meistens doch die altgedienten Muster und die endgültige Entscheidung fällt aus wie gewohnt. Man kocht schnell eines der üblichen fünf Gerichte, die so hoppla hop von der Hand gehen, fällt am Abend aufs Sofa statt auf die Yogamatte und schläft dort verknautscht auf dem Kuschelkissen ein und vertagt zuvor noch schnell das anstehende Treffen mit Freunden voller Missmut auf ein nächstes Mal. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

 

 

Das mit der Selbstkontrolle ist keine sehr nachhaltige Geschichte. Denn wenn wir ehrlich sind, leben wir kräftemäßig nicht selten über unsere Verhältnisse. Und das kann nicht lange gut gehen. Dabei gibt es Vorsätze, die wir erfolgreich umgesetz haben, wenn wir das Jahr Revue passieren lassen. Was haben diese Vorsätze, was die anderen nicht haben? Was haben wir gut gemacht?

 

 

Unsere guten Vorsätze hängen nicht nur an unserer Tür zwischen Kunst und Kladderadatsch, sie sind auch in unserem Terminkalender verankert, in unserem Alltag, in unserem Denken. Und zwar in ganz klaren Schritten. Sie sind inzwischen so selbstverständlich für uns, dass es sich nicht lohnt, sich darum zu drücken. Mehr Bewegung schaffen wir dadurch, dass wir an jedem Tag, bei Wind und Wetter zur Schule und zum Kindi laufen, statt das Auto zu nehmen. Jeden Tag draußen zu sein ist dadurch auch mit abgehakt. Und meine Laufschuhe stehen immer geschnürt im Flur, sodass sie mich immer an frische Luft und frische Gedanken erinnern.

 

 

Mehr Familienzeit kriegen wir durch feste Rituale hin. Der Vorleseabend, der Ausflug in die Stadtbibliothek, der Waldspaziergang oder der Omatag sind in userer Woche fest verankert, genau wie der Freundetag, an dem die Kids ihre Kumpels einladen dürfen oder ausfliegen in die anderen coolen Kinderzimmer dieser Welt. Und einmal pro Woche gibt es unser berühmtes Spaghetti-Massaker und sonst zu jeder Mahlzeit etwas Frisches oder ein Glas Saft. So sieht unser Beitrag zu einer besseren Esskultur aus.

 

 

Das alles wird liebevoll in unsere Woche gepackt, anvisiert und durchgezogen. Ganz selbstverständlich. Alles andere muss weichen.

 

Harmonische Familien haben weder weniger Wäsche oder schmutziges Geschirr, sie haben auch nicht weniger Termine oder Verpflichtungen und schon gar nicht mehr Zeit. Sie verplanen sie nur besser. Und dazu gehören klare Prioritäten und ein verlässliches Umfeld, dass einen bei der Umsetzung unterstützt. Dann, und nur dann klappt bei uns das, was wir uns in ruhigen Stunden vorgenommen haben. Für uns und unsere Kinder.

 

 

 Die ganz großen Ziele haben wir wahrscheinlich weniger in der Hand, als uns lieb ist. Wie viel von dem, was uns in der Vergangenheit widerfahren ist, können wir auf wohlgemeinte Zufälle zurückführen? - Eben. Kein Grund, sich gehen zu lassen. Nein. Ich denke, dass die unverbesserlichen Optimisten unter uns sich auf mehr Chancen einlassen oder im besten Fall sogar Gelegenheiten schaffen, die sie ihren Zielen näher bringen. Und das liegt sehr wohl in unserer Hand.

 

 

 Ich wünsche euch für eure Vorhaben im neuen Jahr ein gutes Händchen, viele wohlwollende Chancen und den nötigen Elan, Gelegenheiten zu schaffen für all das, was euch wirklich glücklich macht. -

 

Worauf wartet ihr noch?

 

Prosit!

 

 

 

 

 

 

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