Mutter-Kind-Ku(h)ren

28/10/2017

Mutter-Kind-Ku(h)ren laufen anders. Man wird aus seinem Alltag rausgerissen, wird bekocht, gehätschelt, mit Sport beauftragt und mit Massagen verwöhnt. Mal erlebt man Abenteuer und mal ist man ganz für sich. Auch für das Wohl der Kinder wird gesorgt. Kurz gesagt: man bekommt Zeit. Für sich.

 

 

In dieser Zeit rückt zur Abwechslung mal das eigene Ich in den Mittelpunkt. Welche Mutter schafft das sonst in ihrem Alltag? Sich selbst zu beobachten und nachzudenken über das, was einem gut tut und was nicht. Man kann einfach so am Nachmittag spazieren gehen, ganz ohne Hast und Stoppuhr. Oder einfach die Seele baumeln lassen, in die Sonne blinzeln oder dem Wind lauschen. Man kann ein Buch zur Hand nehmen, an das man sich bisher noch nicht getraut hat und sich auf ein persönliches Lesevergnügen freuen. Oder herausfinden, welche Entspannungstechniken einem besonders guttun oder welchen Herausforderungen man sich gerne stellen würde, sich aber nicht traut.

 

 

Vor allem kann man sich mit anderen Müttern und Vätern austauschen. Ganz aufrichtig, ohne sich profilieren zu müssen, um im Anschluss zu merken, dass niemand fehlerfrei ist, auch wenn man es noch so gerne sein möchte. Das tut ziemlich gut.

 

 

Niemand ist gerne gestresst. Niemand fährt gerne aus der Haut oder reagiert überspitzt. Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, als Mama gelassener zu sein. Weniger mit meinen Kindern (oder meinem Mann) zu schimpfen, konsequenter zu sein oder im Alltag die fünf mal gerade sein zu lassen. Und immer wieder passiert es, dass ich dann doch aus der Haut fahre, zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit packe um am Ende in diesem Hamsterrad aus Verpflichtungen und übersteigertem Ehrgeiz mit Kopfschmerzen und schlechtem Gewissen gefangen zu sein. Und ich kann ganz schön doll schimpfen…

 

 

Wenn ich vernünftig darüber nachdenke, verstehe ich, was mich so umtreibt. - Das schaffe ich schon, das muss ich einfach noch machen und wenn ich meine Ziele dann erreicht habe, dann…

 

Ja, was dann? – Dann nehme ich mir Zeit für meine Bedürfnisse. Für das, was mir wichtig ist. Aber warum denn erst dann? Wenn man seine Ziele so sehr in den Vordergrund stellt, wie ich es oft tue, verpasst man die Chance, das, was man schon (erreicht) hat, zu genießen. Unfair den erreichten Zielen gegenüber, oder?

 

 

Eine Mutter-Kind-Kur tut gut, weil man viel Zeit bekommt. Weil dort die Uhren anders laufen als Zuhause. Wer aus seinem gewohnten Alltag herausgerissen wird, einfach nur sein darf und nicht funktionieren muss, wer die Möglichkeit bekommt, einfach nur zu beobachten und zu erleben, der wird vielleicht das ein oder andere Fehlerteufelchen entdecken, das sich in seinem Leben eingeschlichen hat. Und sei es noch so subtil.

 

 

Ich konnte sehen, dass ich mir manchmal selbst am meisten im Weg stehe, dass mein Zeitmanagement noch verbesserungsfähig ist und ich meine Prioritäten hin und wieder anders setzen kann. Ich konnte fühlen, was mir wirklich gut tut. Entspannungstechniken können Wunder bewirken, wenn man sie regelmäßig anwendet, nicht nur bei Erwachsenen. Und eine kleine Auszeit zwischendurch kann Kraft schenken für weitere Aufgaben.Arbeit wird nicht weniger, wenn man sie kurz ruhen lässt. Sie wird danach nur effizienter verteilt. Und wenn einem die Kinder auf der Nase herumtanzen oder daheim wieder einmal der Schlendrian eingezogen ist, dann hat man verschiedene Möglichkeiten, seinem Ärger Luft zu machen.

 

 

Wie wäre es mit der Idee, Ärger einfach als Energie zu sehen, die in uns herumwuselt. Diese Energie kann man verwandeln in… ja was eigentlich? Vielleicht in Entschlossenheit, Mitgefühl, Bewusstheit…

Ich sage nicht, dass das leicht ist. Oder, dass es bei mir immer klappt. Aber diese Idee tut mir gut. Besser, als zu schimpfen, allemal.

 

 

Die Jungs und ich haben die Zeit im Tannenhof hoch oben im Schwarzwald sehr genossen. Die Leute sind unglaublich freundlich und angenehm, das Programm persönlich auf einen abgestimmt, das Essen ist köstlich hoch drei. Die Natur und die Ruhe tun ihr übriges. Zu einigen Müttern habe ich heute noch Kontakt. Wir ermuntern uns hin und wieder gegenseitig, auch mal an uns zu denken und das, was wir gelernt haben, im Alltag nicht zu vergessen. - Wenn ihr das lest: die wunderbare Zeit mit euch und euren Kids werde ich auch nicht vergessen! Liebste Grüße!!

 

 

Ich kann jeder Mutter und jedem Vater nur empfehlen, sich Zeit zu nehmen. Zeit für eine Kur, Zeit für eine Auszeit, Zeit für Dinge, die einem gerade wichtig sind und vor allem Zeit herauszufinden, wie die eigene Uhr läuft.

 

Heute Nacht bekommen wir eine Stunde geschenkt. Wenn das mal kein guter Zeitpunkt ist für…

 

Herbstlich schöne, schaurige Ferien wünscht euch eure

 

 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload