LiLaLauneSpiel

15/06/2017

Doch, doch. Es gibt auch im Juni wieder ein LiLaLauneSpiel. Ein wenig später als sonst, aber die Ablenkungen für den Feierabend sind gerade sehr stark. Die vielen Feiertage und langen, lauen Abende laden ein zu ausgedehnten Walkingrunden, freundlichen Besuchen und witzigen Anekdoten über den Gartenzaun, alles, bis die Sonne untergeht. Und das kann (und darf!) zu dieser Jahreszeit eben gerne dauern. Genau wie das LiLaLauneSpiel.

 

Ich habe auch am 4. dieses Monats wieder fleißig meine vier Lieblingsmomente gesammelt. Sie stehen dieses Mal unter dem Begriff: „www“ – wir waren wandern.

 

Während mein Mann und ich mit proviantschwangeren Rucksäcken und festen Schritten den Heidelberger Hausberg auf und abwandern, kann man bei den Jungs wohl eher von „Wandeln“ sprechen. Der eine sieht im pWald auf der Spitze des Königstuhls eine Zauberwelt, durch die man Drachen jagen oder Piraten auflauern kann. Wegweiser mit der Aufschrift „Drachenhöhle“ und „Felsenmeer“ machen die Kulisse perkfekt. Der andere versucht die Spitzen der endlos hohen Bäume zu erblicken und legt  den Kopf tief in den Nacken, während er im Nacken von Papa-Bär sitzt. Die Bäume scheinen wirklich erst im Himmel zu enden. Ich liebe diese Fantasiewelten. Da kann man sich auch so schön in die Hände eines Riesen kuscheln.

 

 

Zum Lachen war an dem Tag vor allem die Brotzeit. Zehn Minuten Wandern werden gefolgt von zehn Minuten Rast, zehn kleinen Apfel- und Gurkenschnitzen, zehn kleinen Nuss-Röllchen von der lieben Großtante, zehn Schluck Apfelschorle und schließlich von einer großen Pipipause, inklusive Schmierestehen. „Bitte nicht in die Brennnesseln oder gegen den Wind.“ Zu spät.

 

 

Wandern hat etwas sehr Ursprüngliches, Lebendiges. Laufen gehört zu den ersten Dingen, die ein Mensch tun möchte und es wird am schwersten wieder eingebüßt. Es reguliert sich von selbst und man entwickelt mit der Zeit seinen eigenen Stil. Später wählt man dann seine Wege gemäß dem eigenen Schritt.

 

 

Ich laufe für mein Leben gern. Und wenn es nur eine Runde um den Block ist. Dabei ist das Wandern des Laufens schönste Disziplin. Man lernt wieder das Überleben – also Üb` erleben! - Die vom Alltag verstaubten Sinne zu schärfen und in die Ferne zu schauen, statt Fernzusehen.

 

 

Man kann lernen, wie man die Öhrchen spitzt und anderen Lebewesen lauscht (besonders im Alltag wichtig!), oder, dass Fichten ein bisschen wie Mangos riechen oder umgekehrt. Man kann erleben, dass ein steiniger Weg bergauf anstrengend ist und, dass ein und derselbe Weg - von oben betrachtet - einen unheimlich stolz machen kann. Auf sich und auf seine eigene Leistung.

 

 

Ob nun schnurstracks bergauf marschierend, mit dem Ziel im Sinn, oder frei über Stock und Stein wandelnd, eine Sache erreicht man durchs Wandern allemal: sich selbst. Wenn man es nur zulässt.

 

„Erklimme das Gebirge oder steige ins Tal hinab, gehe bis ans Ende der Welt oder um dein Haus herum: du triffst immer nur dich, auf den Straßen des Zufalls.“

Maurice Maeterlinck

 

 

Der LiLaLauneMoment dieses Tages war der Feierabend, mit einem guten Gefühl in der Brust, einem kühlen Getränk und den Kids im Traumland.

 

 

600 Höhenmeter machen eben auch muntere Glieder müde. Schlaft gut, meine süßen Wandersmänner, und träumt was Schönes! Vielleicht von der Drachenhöhle und dem Felsenmeer.

 

 

 

 

 

 

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