Familienzeit

23/04/2017

Was hatten wir uns nicht alles vorgenommen in den Osterferien. Endlich die kaputte Dusche reparieren, Sommersachen shoppen, im Garten werkeln oder sogar eine kleine rote Gartenbank zimmern. Einen Ausflug ins Playmobilland hatten wir auf dem Schirm, Probezelten im Garten mit den neuen Schlafsäcken, die der Osterhase den Kindern gebracht hat.

 

 

Der Große wollte das Seepferdchen ergattern, der Kleine Laufrad Fahren lernen… und ich meine nächsten Lektionen für die anstehende Klausur.

 

Die Ferien begannen ganz gut. Der Schwimmkurs machte unserem Katerle riesigen Spaß, die Lehrerin fand er auch ganz toll und er konnte die nächste Schwimmstunde kaum erwarten. „Morgen ist es wieder so weit, mein Schatz!“

 

 

Fleißig packte er seine Schwimmtasche mit den kleinen Badehöschen und Badeschläppchen…bis zu dem Abend, an dem er mit Bauchschmerzen auf dem Sofa lag und den Rest der Nacht mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen hatte. Dabei hatte er sich so gut angestellt und das Seepferdchen war zum greifen nah.

Der Mausi hatte ebenfalls etwa abbekommen und sich auf der Heimfahrt vom Osterbesuch über dem gesamten Rücksitz und seinem nagelneuen Kindersitz erbrochen. Hm.

 

Von da an war klar: das Wasser abzustellen, um die Dusche zu reparieren, war wohl keine gute Idee.

 

Auch der lang ersehnte Ausflug ins Playmobilland wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Und nach Werkeln im Garten war mir bei all den erfrorenen Pflanzen, die die letzten Nachtfröste übrig gelassen hatten, auch nicht: „Der kleine Januar möchte bitte aus dem April abgeholt werden!“

 

 

Stattdessen haben wir Waldspaziergänge gemacht und uns danach die Wärmflasche auf dem Sofa geteilt, Kindertee geschlürft, viiieeele Bücher vorgelesen und ganz viel Lotti Karotti gespielt. (Danke, lieber Osterhase!) Wir haben uns Disney-Filme angeschaut und dazwischen herausgefunden, dass unser Kleiner ein ganz großes Kasperle ist, der uns alle mit seinen ulkigen  Paraden zum Lachen bringen kann. Infekt hin oder her.

 

 

Ich habe neulich gelesen, dass drei gute Taten eine Schlechte auslöschen. Das ist ein ziemlich ehrgeiziger Anspruch, oder? Ich denke, dass auch eine gute Tat eine Schlechte auslöschen kann, wenn man sich nur genügsam und flexibel genug zeigt. Wären wir alle nicht krank geworden, hätten wir wohl nicht so viel Zeit mit Kuscheln verbracht. Dann hätte ich mich nicht über die lieben Worte vom Katerle freuen können: „Na, Mama, geht´s dir schon besser?“ und herausgefunden, wie gut Mittagsschläfchen tun. Wieder und wieder.

 

Wir durften uns eines Morgens sogar über einen liebevoll gedeckten Frühstückstisch freuen, mit dem uns die Kids überrascht haben. Ganz allein. Wir hätten wohl nicht herausgefunden, wie viele Personen gemeinsam in unsere Badewanne passen oder wie schön man dabei gemeinsam „Unter dem Meer“ von der Krabbe Sebastian singen kann.

 

Wir haben, statt im Garten zu werkeln, die ersten eigenen Salatblätter für unser Frühstücksbrötchen gepflückt und uns am Nachmittag gut zugedeckt die wenigen wärmenden Sonnenstrahlen um die Nase tanzen lassen.

 

 

Und auch wenn das mit dem Seepferdchen leider noch nicht geklappt hat, das Froschabzeichen hat unser Großer dann aber doch noch geschafft. Da waren alle richtig stolz!

 

 

Das mit dem Seepferdchen, dem Playmobilland, der kaputten Dusche, dem Zeltausflug, der neuen Sommergarderobe und der Gartenbank muss eben alles noch ein bisschen warten. In diesen Ferien hatten wir kein großes Feuerwerk. Aber das muss es auch gar nicht immer sein, finde ich. Die letzten beiden Wochen waren trotzdem irgendwie schön. Warum? Weil wir Zeit hatten. Zeit für Dinge, für die wir uns sonst nicht so viel nehmen. Die eben nicht oben stehen auf der Prioritätenliste. Doch gerade die  sollten wir uns vielleicht öfter nehmen.

 

 

Ich habe sie nämlich als unheimlich wertvoll empfunden, weil wir einfach nur… zusammen waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

PS: Wie toll das beim Mausi inzwischen mit dem Laufrad Fahren klappt, seht ihr demnächst unter "Schau mal"! Juhu!!

 

 

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