Mama 2.0

22/02/2017

Diesen Button hat mir meine kleine Schwester vor einigen Wochen in die Hand gedrückt. Ich werde im Sommer Tante und ich freue mich darauf wie eine Schneekönigin!

 

 

Wir fiebern alle mit und sind sehr gespannt auf den neuen Erdenbürger. Familienzuwachs ist immer etwas Besonderes.

 

Mit der neuen Gewissheit kommen meiner Schwester auch neue Gedanken. Wie soll es mit der Arbeit weitergehen? Was kann ich meinem Körper zumuten? Wie wird das sein, wenn das Baby da ist?

 

Wenn mir in meiner ersten Schwangerschaft einer gesagt hätte, wo ich jetzt stehe, dem hätte ich nicht geglaubt!

 

 

Ich bin von der klassischen Philologin zur Betriebswirtschaftsstudentin mutiert, habe den Georges und Vergil gegen Formelsammlung und Taschenrechner eingetauscht. Ich habe meine heißgeliebte Joggingrunde seitdem mit Walkingstöcken gemacht (damals in meinen Augen ein Oma-Sport!), bin in die Vorstadt gezogen, habe meine Hochzeit mit Babybauch gefeiert und habe, neben meinem Ehemann, zwei weiteren kleinen Männern einen riesengroßen Teil meines Herzens geschenkt.

 

 

Ja, Kinder holen einen ganz schnell runter vom eigenen Egotrip, oft schon, bevor sie da sind. Und vieles verändert sich. Das ist sicher. Ein neuer Mensch schafft sich Platz in unserem Leben. Da werden andere Dinge eben in den Hintergrund gerückt. Dazu kommt, dass einem kein Mensch sagen kann, was man in Zukunft einmal wollen wird. Schon gar nicht, wenn ein kleines Wunder in den eigenen Armen liegt. Da setzen frischgebackene Eltern ihre Prioritäten oft  neu und rücken Werte wie Zusammenhalt, Geborgenheit, Nachhaltigkeit und Gesundheit weiter in den Vordergrund.

 

 

Mit meinen Kindern habe ich viele neue Leute kennengelernt, von denen mich manche bis heute begleiten. Manche von ihnen sind sogar echte Freunde geworden. Es sind Frauen und Männer, die mich in ihrer Rolle als Eltern inspirieren, weil sie ihren eigenen Weg gehen, solche die sich sagen: „Ich kann was, das will ich zeigen!“  und den Gegenwind für ihre Entscheidungen nicht scheuen. Eltern, die sich mit ihren Kindern verändert haben, ob für sich selbst oder eben für ihre Familie.

 

Ich kenne Frauen, die nach kürzester Zeit wieder voll ins Berufsleben eingestiegen sind und Männer, die gesagt haben: „Ich bleibe daheim. Ich nehme mir die Elternzeit.“ Ich kenne - wohlgemerkt - gestandene Männer, die nun Zöpfe flechten und mit einem Rücksitz voller rosa Tütüs und Gekicher zu Tanzstunden fahren und Frauen, die die Abseitsregel lernen und kleine Stollenschuhe reparieren.  Auch Karrierefrauen kenne ich, ganz erfolgreiche, die sich vollkommen aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, um ganz für die Familie da zu sein. Ohne Rückfahrschein.

 

Ich sehe die unterschiedlichsten Familienmodelle, solche und solche. Und allen voran stehen tolle Eltern!

 

Die Bandbreite der Möglichkeiten des Elternseins ist mit diesen Beispielen noch lange nicht ausgereizt. Unter den Eltern wird gebloggt, Instastories verfasst, Krabbelgruppen gegründet, im Elternbeirat mitgewirkt. Es wird weitergejobbt, auf Teilzeit umgestellt, gekündigt, gewechselt. Die Dunkelziffer an Mamas und Papas, die sich täglich neu erfinden und ihr Bestes geben, ist riesig. Jede Elternschaft schreibt nun mal ihre eigene Geschichte.

 

Durch meinen Blog bin ich auf zwei neue Mama 2.0 - Geschichten aufmerksam geworden. Eine davon ist die von Alexandra Bergerhausen, der Gründerin von life of moms, einem brandneuen Netzwerk für Mütter.

 

 

„Eine private Community für alle Mama-Themen, die man nicht unbedingt mit seinen 500 Facebook Freunden teilen möchte“, beschreibt sie selbst so charmant ihre Idee. Die gelernte Medieninformatikerin hatte ein gewisses Vorwissen, um so ein Projekt anzugehen. Sie hatte aber auch ein offenes Auge für die Gelegenheit, die sich ihr geboten hat und den Mut, dieses Projekt anzupacken. Voilá - life of moms war geboren. Ein wirklich gelungenes Portal, um sich zu treffen, zu vernetzen, auszutauschen und vielleicht sogar die ein oder andere Bekanntschaft zu machen mit Mamas, die man nicht um die Ecke trifft. Mich findet ihr dort übrigens auch! Und ich freue mich über Post! ;)

 

 

Die zweite Mama 2.0 Geschichte, oder besser Mama 4.0 - Geschichte, handelt von zwei Zwillingsmamas, die sich zu Autorinnen gemausert haben. Christina und Silke lernten sich im Pilates kennen (tut supergut!) und entdeckten gleich eine Gemeinsamkeit: Ich habe Zwillinge! Die eine Zwillingsjungs, die andere Zwillingsmädchen. Aus dieser Gemeinsamkeit wurden gemeinsame Ideen und ein Traum: ein Kinderbuch für Zwillinge! Eines für die Kleinen. Das gab es bisher noch nicht. „Hanni und Nanni“ oder das „Doppelte Lottchen“ sind eben noch nichts für Vorschulkinder. Außerdem soll es beim Vorlesen auf jeder Seite etwas zu entdecken geben. Und Spaß machen soll das Büchlein auch. Für Jungs soll es sein, und gleichzeitig für Mädchen. Und für Geschwisterkinder von Zwillingen. Ganz schön viele Ansprüche auf einmal. Alle gemeistert!

 

 

Herausgekommen ist ein entzückendes Kinderbuch mit Geschichten mitten aus dem Leben mit Zwillingen, witzig geschrieben von den beiden Zwillingsmamas und liebevoll illustriert von Elke Schillai, alles mit viel Liebe zum Detail.

 

 

„Ich bin ich und Du bist Du – und zusammen sind wir Zwillinge“

Christina Hauptmann (hauptmannschmidt@t-online.de), Silke Carl (silke.carl@t-online.de)

14, 95 €, Books on demand

auch in jedem Buchhandel - stationär oder online - zu bestellen unter ISBN-13: 9783743117921

 

 

Ich habe es gleich an eine Zwillingsmama im Kindergarten weitergegeben. „Du, toll!“, sagt sie, „ich hätte die Geschichten eins zu eins übernehmen können!“ Na, wenn das nicht den Nagel auf den Kopf trifft… Ich selbst kenne drei Zwillingsmamas. Die werden alle froh sein, eins zu bekommen. Aber auch meine Jungs, obwohl keine Zwillinge, finden sich in den Geschichten wieder. Sind die zwei doch so verschieden…

 

 

Ich denke, dass das Spektrum an Mamas und Papas, die sich mit ihren Kindern neu erfinden, noch lange nicht ausgereizt ist. Auch Großeltern erfinden sich mit ihren Enkeln neu. Es gibt abenteuerlustige Opis, die mit ihren Enkeln um die Wette laufen und ihnen zeigen, wie man Stöcke schnitzt. Kulturbegeisterte Omis, die im Kasperletheater applaudieren und danach ein Eis spendieren. Großeltern, die wilde Schneeballschlachten und gruselige Nachtwanderungen machen oder holprige Traktorfahrten und spontane Übernachtungspartys, natürlich mit „Lange-auf-bleiben-dürfen“… Ja, was wären wir hier nur ohne die Großeltern. Manchmal ziemlich aufgeschmissen… ;)

 

 

 

Fazit: Kinder verändern uns, unsere Familien, unsere Arbeit, unser Leben. 

 

Meine Fahrschulprüferin hat vor vielen Jahren zu mir gesagt: „Das einzige, was konstant bleibt, ist die Veränderung.“

Sie wollte damit sagen, dass ich vom notorischen Fußgänger zu einem Fußgänger mit Fahrerlaubnis geworden bin.

Ich will sagen, dass Veränderung einen klaren Kopf braucht und sicherlich Kraft kostet. Gut ist, wenn man diese Kraft, wie durch einen Dynamo, zu Licht umwandeln kann. Zu etwas, dass die Welt ein bisschen heller macht. Wie? Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

 

Ich bin schon gespannt auf deine Geschichte, kleine Schwester, auf dein Update auf Mama 2.0!

 

Und ihr, liebe Leser, habt sicher auch eure ganz eigene 2.0 Geschichte und die ist sicher auf ihre Weise ganz besonders! Erzählt sie mir doch, wenn wir uns sehen. Ich liebe Erfolgsgeschichten!

 

 

 

 

 

 

 

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload