Wir studieren...

17/01/2017

Das Studieren mit Kindern ist, wie eigentlich alles, was man in einem Leben mit Kindern unter einen Hut bringen muss, nichts, was in wenigen Sätzen erklärt werden kann. Es ist individuell, nervenaufreibend, herausfordernd und gleichzeitig befreiend... Wenn ihr mich fragt, setzt sich ein Studium aus zwei Hälften zusammen: die eine Hälfte ist Glück, die andere Disziplin!

 

Ich will euch in diesem Blogpost ein paar Nachdenkereien mit auf den Weg geben, wenn ihr mit dem Gedanken spielt, auch ein Studium mit Kind anzufangen (und durchzuhalten natürlich!)

 

 

 

Die erste Nachdenkerei handelt:

 

Vom Anfangen

 

Eigentlich ist es ganz einfach, ein Studium anzufangen. Hat man erst einmal die Zugangsvoraussetzungen und all seine Zeugnisse parat, kann man sich meistens innerhalb einer Frist einschreiben und ist dann ordentlicher Student oder eben ordentliche Studentin. Doch das ist wohl nicht die größte Hürde, die man als Elternteil zu nehmen hat. Am Anfang dreht sich alles um die gewissenhafte und ordentliche Auswahl des Studiums. Es gibt inzwischen viele verschiedene Möglichkeiten rund ums Studieren: neben den Klassikern, den staatlichen Universitäten, kann man u.a. an Berufsakademien, dualen Hochschulen, Fachhochschulen und privaten Universitäten Studieren. Es gibt Studiengänge, die in Vollzeit, aber auch solche, die in Teilzeit absolviert werden können. Ja, in Teilzeit! Das hören gerade die Leute gerne, die ihre Zeit gerne mit anderen Dingen teilen wollen... wie ich. Die Wahl des richtigen Studienfachs, der passenden Uni und der Studiendauer sind natürlich an persönliche Vorlieben und auch an die finanzielle Situation geknüpft. Lehrjahre sind nunmal keine Herrenjahre... es hilft ungemein, sich im Vorfeld mit dem Studentenwerk oder den entspechenden Ansprechpartnern an den Universitäten in Verbindung zu setzen. Die können auch dabei helfen, euch mit anderen Studi-Eltern zu vernetzen, um all eure "echten" Fragen loswerden zu können.

 

Die zweite Nachdenkerei handelt:

 

Vom Organisieren

 

Wenn man mich fragt, was ich beruflich mache, sage ich immer: ich studiere! Es müsste jedoch richtig heißen: wir studieren! Meine Familie weiß, was ich mache, warum ich es mache, und vor allem weiß sie, wie wichtig es mir ist! Dass Mama wieder studiert bedeutet nunmal, dass alle mitziehen müssen. Man muss eine Sache deutlich aussprechen: man schafft ein Studium mit Kindern nicht allein! Kinder interessieren sich nicht für wissenschaftliches Arbeiten, für Abgabetermine, Klausurvorbereitungen und den nötigen Schlaf, den das Gehirn braucht, um Wissen zu speichern. Studenten und Studentinnen schon. Es ist unumgänglich, sich ein Netzwerk an Betreuungsmöglichkeiten aufzubauen, auf das man sich verlassen kann. Das sollte vor allem aus Menschen bestehen, denen man seine Kinder gerne und guten Gewissens anvertrauen kann. Das können der Partner oder die Partnerin, Großeltern, Verwandte, Freunde oder gute Tagesmütter oder Tageseinrichtungen für Kinder sein. Ganz wie es euch und vor allem euren Kindern gefällt. Ein gutes Gewissen während des Lernens ist nicht zu unterschätzen! Und solltet ihr doch einmal das Gefühl haben, dass euer Kind im Moment nur euch braucht und niemanden sonst, dann solltet ihr vorbereitet sein und ein paar Asse im Ärmel haben. Fehltermine sind schließlich auch Termine! Bei Fehlstunden habe ich stets die Erfahrung gemacht, dass einem gerne mit Mitschrieben oder Informationen ausgeholfen wird. Vernetzt euch! Tauscht euch aus! Es lohnt sich... Und, ihr Lieben, seid euch nicht zu fein, Hilfe anzunehmen. Die Tatsache, dass euch geholfen wird, zeigt, dass ihr nicht alleine dasteht. Und das ist immer etwas Gutes!

 

Die dritte Nachdenkerei handelt:

 

Vom Dranbleiben

 

Ich habe mein erstes Studium mit meinem ersten Kind beendet. Zwar anders als geplant, aber dennoch gut. Ich habe tausendmal daran gedacht, wieder aufzuhören. Und bin drangeblieben. Es hat sich gelohnt. Als ich mit meinem zweiten Kind schwanger war, habe ich mein zweites Studium angefangen und bin nun mittendrin. Ich habe inzwischen wieder tausendmal daran gedacht, aufzuhören. Bisher bin ich drangeblieben. Und ich habe es auch weiterhin vor. Was mir hilft, ist ein Versprechen, dass mir mein Mann gegeben hat: "Ich werde dir immer zuhören, wenn du über dein Studium reden willst. Und ich werde dir immer wieder sagen: du machst das gut! Denn du machst das wirklich gut!" Das vertreibt meinen Abendblues und hilft mir, jeden Tag neu durchzustarten.

Redet mit euren Lieblingsmenschen. Erzählt ihnen von euren Bedenken und Schwierigkeiten. Sie werden schon wissen, wie sie euch motivieren können. Und denkt unbedingt über eure Scheiterkultur nach. Scheitern ist hässlich, das ist klar. Niemand möchte scheitern, doch es kann, gerade wenn man Kinder hat, immer etwas zwischen euch und euer Studium kommen. Dann hilft nur eins: einmal scheitern, aufstehen, wieder scheitern, besser scheitern! Bleibt dran!

 

 

 

Von der vierten Nachdenkerei erzähle ich euch, wenn ich meinen Abschluss in der Tasche habe! Sie handelt:

 

Vom Leben nach dem (Zweit-)Studium mit Kindern

 

Aber soweit bin ich noch nicht. Drückt mir die Daumen! ;)

 

 

 

 

 

 

PS: Macht euch bei einem Studium mit Kindern vor allem auf eines gefasst: WÄSCHEBERGE!!! Wer eine Lösung dafür hat, möge mir bitte schreiben...

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload